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Bundespräsident Fischer ehrt Nuntius bei seinem Abschied am 5. Februar 2009

Kurz vor dem Scheiden aus dem diplomatischen Dienst und dem Abschied aus Wien hat der österreichische Bundespräsident, Dr. Heinz Fischer, den Apostolischen Nuntius in Österreich, Erzbischof Edmond Farhat, mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich" ausgezeichnet.

Die Ordensverleihung fand im kleinen Rahmen eines feierlichen Festessens in der Apostolischen Nuntiatur statt, zu dem neben dem Bundespräsidenten und einigen Mitarbeitern der Präsidentschaftskanzlei, auch der Präsident der Österreichischen Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn, die Ordinarien der österreichischen Diözesen und einige Kollegen aus dem Diplomatischen Corps geladen waren.
Der Bundespräsident überreichte Nuntius Farhat diese hohe Auszeichnung als Zeichen der Dankbarkeit" für sein mehr als dreijähriges erfolgreiches Wirken als Apostolischer Nuntius, aber auch als Ausdruck der großen Wertschätzung", die dem Vertreter des Heiligen Vaters durch die Republik Österreich, ihre politischen Repräsentanten und viele unserer Bürgerinnen und Bürger entgegen gebracht werden."

Bundespräsident Fischer dankte dem Apostolischen Nuntius für seine liebenswerte Gastfreundschaft", die ihn und seine Frau Margit in den Jahren Ihrer Amtszeit in Wien immer wieder zu interessanten Begegnungen in diesem Haus zusammengeführt" habe. Der Bundespräsident erinnerte an ein Mittagessen in der Präsidentschaftskanzlei im vergangenen Mai, zu dem er anläßlich des 75. Geburtstages von Nuntius Farhat eingeladen hatte. Bei diesem Festessen habe ihn der Apostolische Nuntius damals auf die baldige Beendigung seines diplomatischen Dienstes hingewiesen, was den Gepflogenheiten des Heiligen Stuhls nach dem Erreichen dieser Altersgrenze entspricht.
Meine Frau und ich waren damals sicherlich nicht die Einzigen, die die Hoffnung gehegt haben, daß Sie uns so lange wie möglich als Apostolischer Nuntius in Wien erhalten bleiben," beteuerte Präsident Fischer und bedauerte zugleich, daß er bezüglich der Verweildauer ausländischer Missionschefs in Österreich keine Wünsche äußern" dürfe. Deshalb habe es ihn um so mehr gefreut, daß Sie noch das gesamte vergangene Jahr und in den ersten Wochen des neuen Jahres Ihre Funktionen als Botschafter des Heiligen Stuhls in unserem Land und als Doyen des Diplomatischen Corps wahrnehmen konnten". Der Nuntius habe seinen Dienst in Österreich mit großer Sorgfalt, Umsicht und mit der Ihnen eigenen Liebenswürdigkeit" erfüllt.

Der Bundespräsident erinnerte auch an den Besuch von Papst Benedikt XVI. in Österreich, bei dessen Vorbereitung und Durchführung staatliche und kirchliche Stellen - insbesondere die Apostolische Nuntiatur und die Österreichische Präsidentschaftskanzlei - vertrauensvoll und harmonisch zusammmengearbeitet haben." Präsident Fischer würdigte außerdem das Wirken des Apostolischen Nuntius in Österreich, daß sehr vielfältig und fruchtbar" sei und weit über die katholische Kirche unseres Landes hinaus mit Aufmerksamkeit, Respekt und Sympathie registriert worden" sei. Es habe zweifellos dazu beigetragen, die traditionell guten Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Republik Österreich weiter zu vertiefen."

Gerne erinnerte der Bundespräsident auch an Begegnungen mit Nuntius Farhat im kleinen Kreis in der Wiener Hofburg oder in Mürzsteg" und an hochinteressante Gespräche", die er und seine Frau mit ihm führen konnten. Er drückte seine Hoffnung aus, daß der Apostolische Nuntius gute Erinnerungen an Österreich nach Rom und in Ihre libanesische Heimat mitnehmen" werde und versicherte ihm, daß man sich hier in Österreich immer gerne und mit viel Sympathie und Herzenswärme an Sie erinnern wird."

Der Apostolische Nuntius bedankte sich bei Bundespräsident Fischer für die große Auszeichnung der Republik, die ich als eine Geste Ihrer besonderen Wertschätzung betrachte, die ich nie vergessen werde." Auch sei es eine besondere Ehre, daß die Ordensverleihung in einem persönlichen Rahmen in der Nuntiatur stattfinden konnte.

Nuntius Farhat lobte die gute Beziehung des Heiligen Stuhls zum Staat Österreich, insbesondere aber auch den sensiblen und natürlichen Respekt" des Herrn Bundespräsidenten, den er seit Beginn seiner Mission in Österreich gespürt habe. Bei unserer ersten kurzen Unterhaltung, gleich nach meiner Akkreditierung, haben Sie mich mit meinen Mitarbeitern freundlich in Ihr Büro gebeten und mir am Schluß, mit der Ihnen eigenen Natürlichkeit, ein Photo von Kardinal König auf Ihrem Schreibtisch gezeigt," erinnerte sich der Apostolische Nuntius und fügte hinzu, daß er seitdem stets von der Herzlichkeit und Wertschätzung" des Herrn Bundespräsidenten berührt gewesen sei.

Erzbischof Farhat wies darauf hin, daß er seine Mission als Apostolischer Nuntius in Österreich wie einen Weg auf zwei Gleisen, die zueinander gehören und zu demselben Ziel führen" empfunden habe: dem Gemeinwohl und der Würde der menschlichen Person." Der Nuntius lobte die natürliche Einfachheit und die hohe Bildung" des Bundespräsidenten. Er sei ein kluger Politiker und weiser Beobachter", der das Große" sehe und zugleich auf das Kleine" schaue, mit einer Sensibilität, die niemanden a priori ausschließt." Nuntius Farhat hob auch hervor, daß Präsident Fischer nicht nur Österreich und Europa mit seinen Möglichkeiten und Herausforderungen" kenne, sondern auch den Mittleren Osten, seine Probleme und seine Menschen." Österreich scheint zu einem Angelpunkt ziviler Interessen auf unterschiedlichen Ebenen und zu einem kulturellen Schauplatz der Geopolitik geworden zu sein," erklärte der Nuntius und bedankte sich mit einem herzlichen Vergelt's Gott" am Ende noch einmal für die große Ehre, die ihm propter servitium" erwiesen wurde.

Bilder in der Bildergalerie ( Für die Fotos gilt: © Franz Josef Rupprecht - kathbild.at)