Nuntius
Farhat
diskutierte
mit
Jugendlichen
über
den
Islam
Artikel
für
die
„Johanns
Club
Nachrichten"
/
von
Michael
Spallart
Der
Apostolischer
Nuntius
S.
E.
Erzbischof
Dr.
Edmond
Farhat
hat
am
29.
März
eine
Gruppe
von
Jugendlichen
der
„Johannesgemeinschaft"
und
des
„St.
Johanns
Club"
in
die
Apostolische
Nuntiatur
in
die
Theresianumgasse
31
empfangen,
die
mit
ihm
über
das
„Verhältnis
von
Christentum
und
Islam"
unterhalten
wollten,
ein
brisantes
Thema,
das
wohl
niemanden
kalt
lassen
kann
angesichts
der
Entwicklungen
der
heutigen
Kultur
im
Nahen
und
Mittleren
Osten,
aber
auch
in
der
ganzen
Welt.
Erzbischof
Farhat,
der
nicht
nur
aus
dem
leidgeprüften
Libanon
stammt,
sondern
auch
während
seiner
langen
diplomatischen
Karriere
viel
Erfahrung
in
islamisch
geprägten
Ländern
sammeln
konnte,
teilte
mit
den
Jugendlichen
an
jenem
Abend
einerseits
seine
Befürchtungen
über
die
Zukunft
der
Christen,
andererseits
jedoch
auch
seine
Hoffnung,
die
er
gerade
auf
eine
„neue
Generation"
setzt:
„Ich
hoffe
und
bete,
dass
ihr
Jugendlichen
Eure
Verantwortung
ernst
nimmt
und
bewusst
nach
Eurer
wahren
Identität
sucht.
Es
geht
um
die
Frage:
Warum
sind
wir
eigentlich
Europäer
und
warum
Christen?"
Im
Laufe
des
Abends
wurde
klar:
Der
Islam
stellt
eine
der
größten
geistigen
Herausforderung
für
Europa
dar.
Letztendlich
wird
unsere
Zukunft
auch
davon
abhängen,
auf
welche
Weise
wir
dem
Islam
begegnen
und
wie
wir
die
Frage
nach
der
europäischen
Identität
beantworten
können,
gab
sich
der
Apostolische
Nuntius
überzeugt.
„Wir
betrachten
die
Früchte
am
Baum,
aber
wir
vergessen,
dass
der
Baum
tiefe
Wurzeln
besitzt.
Wenn
wir
diese
Wurzeln
abschneiden,
dann
haben
wir
auch
keine
Früchte
mehr,"
sinnierte
Erzbischof
Farhat,
der
es
liebt,
in
symbolischen
Bildern
zu
sprechen
und
fügte
schließlich
hinzu:
„Das
ist
es,
was
man
zur
Zeit
mit
der
europäischen
Verfassung
macht.
Man
meint,
dass
Europa
mit
der
französischen
Revolution
begonnen
hat.
Aber
nein:
Europas
Wurzeln
reichen
vielmehr
bis
in
die
Antike
und
besonders
auch
in
die
Zeit
Karl
des
Großen."
Erzbischof
Farhat,
der
von
2001
bis
2005
als
Apostolischer
Nuntius
in
Ankara
stationiert
war,
sprach
auch
über
die
schwierige
Lage
in
der
Türkei:
„In
der
Zeit,
als
Erzbischof
Angelo
Roncalli,
der
spätere
Papst
Johannes
XXIII.,
Nuntius
in
der
Türkei
war,
gab
es
noch
eine
halbe
Million
Christen
in
Istanbul.
Heute
sind
es
bereits
nur
noch
20
000
Christen,
die
den
unterschiedlichen
Riten
angehören
und
über
keinerlei
Rechte
verfügen.
Alle
Kirchen
werden
als
Eigentum
des
Staates
betrachtet,
der
sie
auch
jederzeit
anders
verwenden
kann.
So
ließ
der
Staat,
zum
Beispiel,
das
Priesterseminar
der
griechisch-orthodoxen
Kirche
auf
der
Insel
Chalki
vor
30
Jahren
schließen,
weshalb
die
Kirche
nun
mit
den
Schwierigkeiten
eines
ausbleibenden
Priesternachwuchses
kämpft.
Inzwischen
haben
mehr
als
3000
türkische
Christen
eine
Klage
für
ihre
Rechte
im
Europäischen
Gerichtshof
von
Straßburg
eingereicht,
aber
bis
jetzt
keine
Antwort
erhalten."
Auf
die
Frage
eines
eventuellen
EU-Beitritts
der
Türkei
antwortete
der
Apostolische
Nuntius:
„Ich
dachte
immer,
es
wird
unmöglich
sein,
dass
die
Türkei
ein
Mitglied
der
EU
wird.
Aber
seitdem
ich
in
Wien
bin,
musste
ich
meine
Meinung
leider
revidieren.
Ich
glaube,
dass
es
passieren
wird."
Der
Nuntius
erklärte
auch,
worin
seiner
Meinung
nach
die
Schwäche
Europas
liegt:
„Im
Unterschied
zu
einer
relativistisch
geprägten
europäischen
Einstellung,
verfügen
die
Türken
über
eine
traditionelle
Kultur,
auf
die
sie
stolz
sind.
Sie
treten
mit
Überzeugung
auf
und
meinen,
dass
sie
eine
Mission
haben
und
einen
starken
Glauben
nach
Europa
bringen
sollen:
den
Islam.
Entweder
wird
der
Islam
die
Dreifaltigkeit
annehmen,
oder
wir
werden
alle
Moslems
werden."
Deshalb
brachte
er
auch
gleich
seinen
Wunsch
für
die
Europäer
zum
Ausdruck:
„Ich
hoffe,
dass
Ihr
jedoch
noch
kultivierter
seid
und
dadurch
mit
den
türkischen
Einwanderern
freundlich
und
demokratisch
über
Euren
Glauben
diskutieren
könnt."
Problematisch
sei,
dass
der
Islam
zwar
de
jure
die
Menschenrechtsdeklaration
der
UNO
anerkennt,
jedoch
über
eine
eigene
Deklaration
der
Menschenrechte
verfügt,
in
der
immer
nur
von
den
Rechten
der
Muslime
die
Rede
ist.
„Die
Muslime
sind
überzeugt,
dass
sie
ihre
Religion
im
Namen
der
Menschenrechte
nach
Europa
bringen.
Das
Wort
,Toleranz'
existiert
jedoch
im
Koran
nicht.
Es
ist
nur
von
,Erlaubnis'
die
Rede,
und
die
geht
,so
weit
wie
ich
will',"
erklärte
Erzbischof
Farhat.
Seiner
Meinung
nach
beherrschen
es
die
Muslime
sehr
gut,
„mit
der
modernen
Logik
und
Kultur
zu
spielen
und
sie
dadurch
für
ihre
eigenen
Zwecke
umzudeuten:
Sie
protestieren
im
Namen
der
westlichen
Demokratie
solange
sie
in
der
Minderheit
sind,
aber
wenn
sie
die
Mehrheit
erreicht
haben,
gelten
für
sie
die
Regeln
der
Demokratie
nicht
mehr,
da
sie
sich
als
echte
Gesandte
Gottes
verstehen,
dessen
Willen
sie
gehorchen
müssen."
Es
zeuge
von
einer
gewissen
„Naivität"
zu
meinen,
dass
es
so
etwas
wie
einen
„europäischen
Islam"
gebe,
denn
es
gehöre
zur
Lehre
des
Islams,
dass
Allah
den
Menschen
das
Gesetz,
d.h.
die
Sharia,
gegeben
hat
und
man
diese
auch
einführen
müsse,
wenn
man
ehrlich
zu
Gott
sein
wolle.
Nuntius
Farhat
erwähnte
auch
die
Notwendigkeit
des
interreligiösen
Dialogs,
aber
er
machte
gleichzeitig
darauf
aufmerksam,
dass
der
Dialog
zur
Zeit
„eine
Mode"
geworden
sei.
Man
wolle
„einen
Dialog
führen,
einfach
nur
um
miteinander
zu
sprechen,
bei
dem
jedoch
kein
Fortschritt
gemacht
wird."
In
diesem
Zusammenhang
erinnerte
er
auch
an
die
Worte
Paul
VI.,
der
einmal
gesagt
hat:
„Der
Dialog
ist
nicht
die
Idee,
den
anderen
zu
imponieren,
sondern
sich
mit
anderen
auszutauschen,
um
zur
Wahrheit
zu
gelangen."
Die
Muslime
wüssten
viel
mehr
Bescheid
über
ihre
Tradition
und
ihren
Glauben
als
viele
europäische
Christen,
die
oft
verunsichert
und
ängstlich
sind.
Der
Apostolische
Nuntius
erzählte
auch
von
seiner
Begegnung
mit
dem
libyschen
Präsidenten
Ghaddafi,
der
zum
„arabischen
Botschafter
des
Papstes"
einmal
anerkennnd
sagte:
„Während
die
anderen
Bomben
haben
und
damit
töten,
so
verfügt
Ihre
Kirche
hingegen
über
das
Wort,
und
das
Wort
geht
hinaus
in
die
Welt
und
lebt
weiter."
Nuntius
Farhat
erwähnte
diese
Begebenheit,
um
den
anwesenden
Jugendlichen
ins
Bewusstsein
zu
rufen,
dass
sie
über
eine
viel
stärkere
Waffe
verfügen:
„Wir
besitzen
zwar
keine
fertige
Lösung,
aber
wir
haben
das
Wort
Gottes
und
sind
dadurch
ein
signum
veritatis.
"
Er
ermutigte
daher
die
„neue
Generation
junger
Christen"
und
bestärkte
sie
in
der
Überzeugung,
dass
schließlich
„die
Wahrheit
gewinnt:
Wir
versuchen
unser
Bestes,
aber
wir
sind
nur
Menschen
und
machen
daher
auch
Fehler.
Christus
ist
während
seiner
Mission
dreimal
gestürzt.
Er
wurde
gekreuzigt,
aber
er
ist
auferstanden!
Wenn
wir
eine
Revolution
der
Liebe
haben,
dann
brauchen
wir
keine
Angst
vor
dem
Islam
zu
haben."
Daher
empfahl
Nuntius
Farhat
den
anwesenden
Jugendlichen:
„Vergesst
nicht,
dass
die
Liebe
am
stärksten
ist."
Die
Diskussion
kam
gegen
Ende
wieder
an
Ihren
Ausgangspunkt
zurück,
nämlich
dass
Muslime
deutlich
mehr
über
ihre
eigene
Tradition,
Religion
und
Kultur
im
Allgemeinen
wissen,
als
es
Christen
tun,
und
eine
viel
größere
Bereitschaft
haben,
dies
auch
zu
zeigen.
Daher
endete
der
Apostolische
Nuntius
mit
folgenden
Worten:
Geht
auf
die
Straße
und
sprecht
zu
den
Menschen."
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