Festrede
beim
109.
Stiftungsfest
e.v.
K.Ö.H.V.
Leopoldina
(Innsbruck,
5.
Juni
2010)
(Es
gilt
das
gesprochene
Wort.)
Hoher
Senior,
Hohes
Präsidium
und
Hoher
Philistersenior!
Exzellenz,
hochwürdigster
Herr
Diözesanbischof!
Sehr
geehrter
Herr
Landtagspräsident!
Hochwürdigste
Herren
Äbte
und
Prälaten!
Liebe
Bundesbrüder,
meine
lieben
Leopolden!
Geschätzte
Cartell-
und
Farbenbrüder
anderer
Verbindungen
u.
Verbände!
Sehr
geehrte
Freunde
und
Gäste
der
K.Ö.H.V.
Leopoldina!
Hohe
Festcorona,
meine
Damen
und
Herren!
Immobiles
sicut
patriae
montes
-
Fest
wie
die
Berge
der
Heimat!
Diesem
schönen
und
sinnreichen
Wahlspruch
der
K.Ö.H.V.
Leopoldina
im
CV
zu
Innsbruck
bin
auch
ich
seit
dem
heutigen
Abend
verpflichtet.
So
möchte
ich
zunächst
Euch,
liebe
Bundesbrüder
-
den
Aktiven
und
den
Alten
Herren
-
für
Euren
Beschluß
danken,
mir
das
Ehrenband
dieser
so
tradiÂtionsÂreichen
Verbindung
zu
verleihen.
Ich
danke
dem
Laudator,
meinem
Schweizer
Landsmann
Prälat
Dr.
Adrian
Meile
und
dem
PhilisterÂsenior
Dr.
Peter
Reiter
für
die
Initiative
zu
dieser
Ehrenbandverleihung.
Ich
danke
ferner
meinem
ersten
Mitarbeiter
in
Wien,
Herrn
Nuntiaturrat
Msgr.
Dr.
Christoph
Kühn,
für
die
Einstimmung
auf
dieses
couleurstudentische
Fest
und
für
seine
Begleitung.
Dem
hohen
Senior
der
Aktivitas,
Simon
Wunsch,
sowie
seinem
Chargenteam
gilt
mein
Dank
für
die
Vorbereitung
dieses
FestÂkommerses,
der
ja
gewissermaßen
der
weltliche
Höhepunkt
des
109.
Stiftungsfestes
ist.
Den
geistlichen
„Gipfel"
dürfen
wir
dann
morgen
geÂmeinÂsam
in
der
Festmesse
im
Prämonstratenser-Stift
Wilten
erklimmen.
Auch
darauf
freue
ich
mich,
ist
doch
die
gemeinschaftliche
Feier
der
hl.
Eucharistie,
der
großen
Danksagung
der
Kirche
vor
Gott,
das
stärkste
Band
der
geistlichen
Freundschaft
unter
katholischen
Christen!
Liebe
Leopolden!
Ich
möchte
nicht
verschweigen,
daß
mir
das
couleurÂstudenÂtiÂsche
Leben
und
seine
Bräuche
in
den
letzten
vier
Jahrzehnten,
die
ich
als
Diplomat
des
Heiligen
Stuhls
vorwiegend
außerhalb
des
deutschen
Sprach-
und
Kulturraums
verbracht
habe,
weniger
vertraut
sind.
Aber
die
diversen
Kontakte,
die
sich
seit
meinem
Dienstantritt
in
Wien
zu
verschieÂdenen
Korporationen
und
zu
den
katholischen
akademischen
VerÂbänden
-
hier
insbesondere
zum
CV
-
ergeben
haben,
sind
doch
so
etwas
wie
ein
Anknüpfen
an
meine
eigene
Studienzeit
und
an
mein
damaliges
EnÂgageÂment
im
Schweizerischen
Studentenverein.
Der
heutige
Abend,
an
dem
ich
erstÂmals
das
blau-grün-goldene
Band
der
Leopoldina
trage,
ist
in
diesem
Sinn
ein
neuer
Höhepunkt!
Ich
habe
dieses
Band
gerne
angeÂnomÂmen
und
freue
mich
über
die
Verbundenheit
mit
Euch
Leopolden,
die
darin
zum
Ausdruck
kommt.
Als
Apostolischer
Nuntius
in
Österreich
-
und
als
Euer
neuer
Bundesbruder
-
ermutige
ich
Euch
und
alle
katholischen
KorpoÂrierten,
an
der
Universität
und
im
gesellschaftlichen
Leben
sowie
in
der
Politik
Flagge
zu
zeigen
für
unseren
katholischen
Glauben
und
unser
christliches
MenÂschenÂbild.
Die
MitÂgeÂstalÂtung
der
Gesellschaft
in
KonforÂmität
mit
unserem
Glauben
und
unseren
LebensprinziÂpien
ist
unser
ehrÂliches
Anliegen
und
unsere
Aufgabe;
wir
haben
die
Kraft
und
die
Fähigkeit
dazu
-
dafür
dürfen
wir
dankbar
sein
und
darauf
dürfen
wir
auch
stolz
sein!
Â
Liebe
Bundesbrüder,
Hohe
Festcorona,
meine
Damen
und
Herren!
Immobiles
sicut
patriae
montes
-
Fest
wie
die
Berge
der
Heimat
-
Der
Wahlspruch
der
Leopoldina
liefert,
so
meine
ich,
eine
schöne
Inspiration
für
unser
Verständnis
der
PrinÂzipien
des
Cartellverbandes.
Dieses
Motto
kann
uns
helfen,
damit
die
Prinzipien
RELIGIO
-
PATRIA
-
SCIENTIA
-
AMICITIA
in
unserem
Leben
WirkÂlichkeit
werden
und
Gestalt
annehmen.
RELIGIO.
Fest
wie
die
Berge
soll
unser
Glaube
sein!
 Ist
nicht
der
christÂliche
Glaube
gerade
heute
häufig
angefochten
und
herausgefordert?
Die
permanente
Negativberichterstattung
über
die
Kirche
in
den
Medien
bleibt
nicht
ohne
Folgen.
Viele
Menschen
sind
verunsichert.
Manche
wenden
sich
ganz
ab.
Wer
im
Glauben
fest
bleiben
will,
darf
nicht
abgeschnitten
sein
von
den
Quellen
des
Glaubens.
Der
Glaube
kommt
vom
Hören!
Daher
macht
sich
die
Kirche
die
VerkünÂdigung
des
Wortes
Gottes
zur
zentralen
Aufgabe.
Auch
die
StudentenÂverÂbinÂdung
ist
ein
Ort
der
Verkündigung
der
christlichen
Botschaft.
Hier
kann
Glaube
gemeinsam
erfahren
werden
und
wachsen.
Gottesdienste
in
der
Gemeinschaft
der
Aktiven
und
der
Alten
Herren,
Andachten,
Wallfahrten
und
Einkehrtage
festigen
unseren
Glauben
und
machen
uns
auskunftsfähig
über
die
Hoffnung,
die
uns
trägt,
in
einer
Zeit,
in
der
Glaube
und
Kirche
kritisch
hinterfragt
werden.
Für
mache
Studenten,
die
durch
Freunde
oder
über
das
Wohnen
auf
der
Bude
den
Weg
zur
Leopoldina
gefunden
haben,
kann
die
Verbindung
ein
neuer
ZuÂgang
zu
Gott,
zur
Kirche
und
zu
den
Sakramenten
bedeuten.
Helfen
wir
einander,
im
Glauben
fest
zu
sein
und
so
zu
Zeugen
für
das
Evangelium
der
Hoffnung
zu
werden,
das
Licht
in
unser
Leben
bringt!
Zu
Recht
singen
wir
dann
im
CV-Bundeslied:
„Auf
des
Glaubens
Felsengrunde
stehe
du,
Cartellverband,
wohlgeeint
zu
jeder
Stunde,
treu
zu
Gott
und
Vaterland!"
PATRIA.
Fest
wie
die
Berge
soll
unsere
Liebe
zur
Heimat
sein!
Nur
wer
seine
Heimat
liebt,
ist
auch
bereit,
sich
für
sie
zu
engagieren.
Dies
kann
freilich
auf
 vielfältige
Weise
geschehen.
Katholische
Korporierte
zeichnen
sich
durch
ihre
Bereitschaft
aus,
die
Gesellschaft
aus
christlicher
VerantÂworÂÂtung
mitzugestalten.
Denken
wir
daran:
Wie
viele
gute
Gestalter
des
politischen
und
gesellÂÂschaftÂlichen
Lebens
in
unserer
Heimat
haben
die
katholischen
Verbände
in
Österreich,
in
DeutschÂland
und
auch
in
der
Schweiz
in
der
Vergangenheit
hervorgeÂbracht!
Ich
denke
an
die
GeneraÂtioÂnen
christdemokratischer
und
christlich-sozialer
Politiker,
die
in
unseren
Verbindungen
ihre
geistige
Heimat
hatten.
Auch
heute
sind
Katholische
CouleurÂstudenten
aufgerufen,
ihre
Liebe
zur
 Heimat
konkret
werden
zu
lassen
und
sich
mit
den
christlichen
Prinzipien
in
den
Diskurs
der
Zeit
einzubringen.
Diese
Liebe
zur
Heimat
hat
für
uns
heute
jedoch
einen
weiÂteren
Horizont.
„Heimat"
ist
nicht
mehr
nur
der
Bezirk,
das
Bundesland
oder
der
Staat,
dem
wir
als
Bürger
angehören.
Viele
von
uns
bekennen
sich
auch
zur
„Heimat
Europa"
und
engagieren
sich
daher
für
den
Erhalt
und
die
Förderung
jener
christlich-abendländischen
Kultur,
die
auf
diesem
Kontinent
gewachsen
und
zu
Hause
ist.
Papst
Johannes
Paul
II.
ist
nicht
müde
geworden
daran
zu
erinnern,
daß
„das
Christentum
auf
unserem
Kontinent
ein
erstrangiger
Faktor
der
Einheit
unter
den
Völkern
und
den
Kulturen
und
der
integralen
Förderung
des
Menschen
und
seiner
Rechte
gewesen
ist"
(
Ecclesia
in
Europa,
108).
Christen,
die
Bereitschaft
zum
Engagement
und
zur
Übernahme
von
Verantwortung
in
der
GesellÂschaft
zeigen,
sind
aufgerufen
daran
mitzuwirken,
daß
Europa
seine
wahre
IdenÂtität
wiedererlangen
kann.
SCIENTIA.
Fest
wie
die
Berge
soll
unser
Eifer
im
Studium
sein!
Liebe
Bundesbrüder,
besonders
liebe
Aktive,
wir
alle
wissen,
daß
wir
in
einer
komplexen
Welt
leben.
Viele
Fragen
sind
nicht
einfach
zu
beantworten
und
Lösungen
werden
zunehmend
interdisziplinär
erarbeitet.
Es
braucht
daher
ein
Mehr
an
Bildung.
Die
Zeit
des
Studiums
ist
eine
kostbare
Zeit,
weil
hier
die
Fundamente
des
Wissens
und
der
Kompetenz
gelegt
werden,
für
die
man
Euch
später
Respekt
entgegenbringen
wird.
Hohe
Bildung
schützt
vor
Mittelmäßigkeit.
Der
Hl.
Vater
Papst
Benedikt
XVI.
hat
bei
einer
BeÂgegÂnung
mit
JugendÂlichen
im
Jahr
2008
in
Cagliari
vor
„Ermäßigungen"
im
Bereich
der
Bildung
gewarnt
und
in
diesem
Zusammenhang
von
einem
„Bildungs-
und
Erziehungsnotstand"
in
Europa
gesprochen.
Wörtlich
sagte
der
Papst:
„Die
Krise
einer
Gesellschaft
beginnt
dann,
wenn
sie
ihr
kultuÂrelles
Erbe
und
ihre
Grundwerte
nicht
mehr
an
die
neuen
GenerationenÂ
weitergeben
kann"
(
Ansprache
in
Cagliari
am
07.09.2008).
Diese
WeiÂterÂgabe
hängt
eng
mit
dem
Studium
und
der
Bildung
zusammen.
Daher,
liebe
junge
Leopolden,
nützt
diese
Zeit
Euerer
geistigen
Frische,
um
Euch
eine
gediegene
Bildung
anzueignen.
Lernt
voneinander
in
einem
lebendigen
AusÂtausch,
für
den
die
Verbindung
eine
gute
Plattform
bietet:
„Nach
der
Wissenschaft
zu
streben,
sei
uns
allen
ernste
Pflicht;
nur
der
Wahrheit
laßt
uns
leben
in
der
Freiheit
HimÂmelslicht"
(ÖCV-Bundeslied,
2.
Strophe).
AMICITIA.
Fest
wie
die
Berge
soll
(schließlich)
die
Freundschaft
sein!
Wahre
Freundschaft
gehört
zu
den
ganz
großen
Gütern
des
menschlichen
Lebens.
Sie
beruht
auf
dem
uneigennützigen
gegenseitigen
Wohlwollen
und
gemeinsamen
-
nicht
nur
religiösen
-
Überzeugungen.
Das
LebensÂbundÂÂprinzip
des
CartellverÂbandes
schafft
den
Rahmen
für
gute
FreundÂschaften,
die
oftmals
ein
Leben
lang
halten.
Jede
gute
Freundschaft
bedarf
der
Pflege!
Auch
das
können
und
wollen
wir
in
der
Verbindung
lernen.
Hohes
Präsidium!
Werte
Festcorona!
Meine
Damen
und
Herren!
Das
109.
Stiftungsfest
der
K.Ö.H.V.
Leopoldina
zu
Innsbruck
erlebt
mit
diesem
Festkommers
einen
seiner
Höhepunkte.
Nochmals
danke
ich
für
die
Ehre
der
Bandverleihung
und
schließe
mit
dem
kräftigen
Wunsch:
Vivat,
floreat
crescat
Leopoldina!
-
Herzlichen
Dank.
Festrede
von
S.E.(1)
Erzbischof
Dr.
Peter
Stephan
Zurbriggen,
Apostolischer
Nuntius
in
Österreich,
beim
Festkommers
zum
109.
Stiftungsfest
der
K.Ö.H.V.
Leopoldina
zu
Innsbruck
(Innsbruck,
5.
Juni
2010)
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