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Was er euch sagt, das tut!

Eucharistiefeier mit der Legio Mariae, Stephansdom, Wien, 10. November 2006



Liebe Mitbrüder im Priestertum,

liebe Brüder und Schwestern!


Es freut mich sehr, als Nuntius und Vertreter des Heiligen Vaters mit Euch, den Mitgliedern der Legio Mariae, diese Liturgie im Gedenken an den Gründer der Legio Mariae, Frank Duff (7. Juni 1889  7. November 1980) hier im Wiener Stephansdom zu feiern.


Es führt uns heute die Wertschätzung eines Mannes zusammen, der dem Heiligen Geist gehorsam diesen in seinem eigenen Leben wirksam werden ließ und seine Freunde und Mitschüler gelehrt hat, wie Maria den Dienern in Kana empfiehlt: Was er euch sagt, das tut! (Joh 2,5)


Alles was Er Euch sagt! Er ist Jesus. Jesus sagt und lehrt nur die Wahrheit und die Liebe. Lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig (Mt 11,29). Nur wer stark ist, kann gütig sein, und nur wer sicher ist, kann demütig sein. Denn er hat nichts zu fürchten, er ist Gott.


Jesus ist stark und demütig, weil er Gottes Sohn ist. Gott hat ihm Maria, die gute und demütige Magd von Nazareth, als Mutter gegeben. Sie wußte sofort, daß der Mächtige Großes an ihr getan hat, und sein Name heilig ist. Er erbarmt sich über alle, die ihn fürchten. Maria hat Mut gehabt, dem unbekannten Engel zu glauben und zu Gott Ja zu sagen. Ein Ja zu Gott ist ein Ja zum Leben, zur Wahrheit, zur Liebe und zum Nächsten. Deswegen anerkennt und verehrt die Mutter Kirche heute Maria als Königin der Apostel, als erste, die die gute Nachricht weiter bringen wollte und ihre Verwandte Elisabeth besuchte. Deswegen hat Frank Duff, dessen 26. Todestag wir in diesen Tagen begehen, seinen Freunden und Schülern empfohlen: Lieben ist Schaffen! Wen die Verehrung Mariens nicht zum Arbeiten, zum Beten, und zum Opfern für die anderen verpflichtet, der ist nicht ehrlich. Ihr wißt, Brüder und Schwestern, wie Duff und seine ersten Freunde, Pater Creedon und Miss Plunckett, so viel für die Hilfe der Verlassenen, geopfert haben. Seinen Freunden, allen Mitgliedern der Legio Mariae hat er besonders empfohlen, ein wöchentliches Gebetstreffen und aktives Apostolat, überall und bei jeder Gelegenheit für die Vergessenen und Verlassenen zu halten.


Maria ist die erste Botin der Liebe Gottes zu den Menschen, die Kirche hat sie Königin der Apostel, Königin der guten Boten, genannt, wie wir es heute in diesem Meßformular feiern. Die Liturgie führt uns in der Ersten Lesung zu den Anfängen der Kirche zurück. Die Apostel, im Gebet mit der Muttergottes versammelt, empfangen die Macht des Heiligen Geistes, die gute Botschaft allen Nationen zu bringen. Maria war mit ihnen. Tut, wie er euch sagt, hatte sie den Dienern von Kana gesagt. Zusammen mit den Aposteln, in Erwartung des Heiligen Geistes, schweigt sie und läßt den Heiligen Geist, die Apostel und die Kirche sprechen. Wie sie in Kana eine Mittlerin der Liebe ihres Sohnes war, so war sie Zeugin der Herabkunft des Heiligen Geistes und des Anfangs der Kirche. Was ihr Sohn sagt, ist von Gott dem Vater durch den Heiligen Geist. Sie kann vor allem die Liebe Jesu zu seinen Nächsten bezeugen, von der Hochzeit in Galiläa bis hin zum Kreuz auf Golgatha. Mit ihrer Teilnahme an der Erlösung und mit ihrem Schweigen ist Maria die ewige Garantin der Verheißung Gottes.


Im Evangelium hat uns der heilige Johannes den Augenblick der Erlösung vor Augen gestellt. Als Jesus bei dem Kreuz seine Mutter stehen sah, zeigte er ihr den Apostel Johannes und sagte: Frau, siehe, er ist dein Sohn (vgl. Joh 19,26). Jesus hat sein Werk vollendet. Die Kreuzigung war der letzte Schritt seiner weltlichen Mission. Jetzt müssen seine Jünger weitermachen.


Die Mission Jesu ist vollendet. Er hat sich geopfert, um uns von unseren Sünden zu befreien. Er hat uns seine Mutter als Fürsprecherin und Königin gegeben. Als er aus dieser Welt ging, um sein Werk zu vollenden, hat er uns nicht als Waisen zurückgelassen. Maria war Zeugin war vom Augenblick der Verkündigung bis zur Hochzeit in Kana, bis zum Kreuz, bis zur Sendung des Heiligen Geistes am Pfingsttag, und sie bleibt als Zeugin bis zum Ende der Zeit mit ihrem Sohn. Sie muß aber, getreu der Botschaft die ihr Sohn geoffenbart hat, in der ganzen Welt sein Reich verkündigen.


Dies hat Frank Duff verstanden. Er bittet seine Freunde, die Mitglieder der Legio Mariae, Missionare zu sein. Die letzten 50 Jahre seines Lebens hat er praktisch jede Minute dafür verwendet, den Legionären die Größe ihrer Berufung vor Augen zu führen und sie anzuspornen, mit dem Glauben Mariens der Sendung der Kirche zu dienen.


Die Legionäre Mariae sind zu Tausenden in der ganzen Welt verbreitet. Ihre Mission Geht in die Welt und verkündet das Gottesreich ist dieselbe, die Christus seiner Kirche anvertraut hat und die Frank Duff mit großem Eifer wiederholte. Heute aber, liebe Legionäre und Legionärinnen, ist die Welt, die uns herausfordert und um geistliche Nahrung bettelt, eine Welt der Tiefe, wo unsere Seelen die Seelen der heutigen Menschen und Gesellschaften anstecken. Diese Seelen brauchen Sprit, um neuen Mut und Dynamik zu bekommen. Wie die Jugend von Kana bitten auch so viele Jugendliche unserer Zeit Jesus um ein Wunder, ein Wunder der Seele und des Geistes. Maria ist bereit. Auch Frank Duff ist bereit, uns vom Himmel zu Hilfe zu kommen. Wer betet, ist der erste Verkünder und Missionar. Was Er euch sagt, das tut, so Maria.


Wir wissen, Jesus ermutigt uns, uns nicht zu fürchten, ihm nach zufolgen, denn er will uns zu Miterben im Reich seines Vaters machen. Ist er nicht unser Heiland und Bruder, der uns am Kreuz Maria als Mutter gegeben hat? Steht auf. Er ist mit uns. Maria behütet uns.