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Ein Leib, der Christus ist

Eucharistiefeier mit den Ministranten, Basilika am Pöstlingberg, Linz, 6. Juni 2006



Liebe Ministranten! Liebe Brüder und Schwestern!


Es ist für mich eine tiefe Freude, Euch zu treffen, mit Euch zu sprechen und mit Euch zu beten. Ich freue mich, daß ich hier bei Euch sein kann.


Mein erster Gedanke ist den Worten des heiligen Paulus entnommen: Nicht alle sind Meister, nicht alle sind Propheten, nicht alle sind Vorgesetzte, aber alle sind Glieder des Leibes, der Christus ist.


Ihr seid eine sehr wichtige Klasse im Leben der Kirche! Die Kirche repräsentiert sich durch ihre Dienstbereitschaft. Die Liturgie ist der Hauptdienst für Gott und die Menschen, für Gott, um ihn zu loben und zu preisen, für die Menschen, um ihnen zu dienen und sie zu rufen, Gott zu erkennen, ihm nachzufolgen und ihn anzubeten. Ihr seid die besten Vertreter der feierlichen Feste in der Kirche. Wenn ihr den Zelebranten begleitet, den Weihrauch einlegt, wenn ihr mit Eleganz und Aufmerksamkeit aufwartet, Wasser bringt, Wein reicht und Brot für die Eucharistie bringt, dann seid Ihr die Ehre des Altares und der Stolz der Kirche.


In der Apostelgeschichte wird erzählt, daß die ersten Christen zusammenlebten wie ein Herz und eine Seele und Gott mit Liedern und Hymnen lobten. Die anderen schauten auf sie und sagten: Seht, wie sie einander lieben!



Liebe Ministranten! Ihr sollt immer überzeugt sein, daß, wenn Ihr im Dienst seid, die anderen auf Euch achten und denken, wie schön, ordentlich, dienstbar, fromm und fröhlich Ihr Euren Dienst verseht. Das ist Eure heutige Berufung. Morgen wird es einmal anders sein. Für manche von Euch, so hoffe ich, wird es einmal auch ein direkter Dienst am Altar als Diakon und Priester werden. Jetzt müssen wir, wie der heilige Aloysius sagt, alles so tun, als ob wir es zum letzten Mal täten, das heißt, wir müssen es besonders gut machen.


So merkt Ihr auch, wie wichtig Euer Dienst für die Kirche ist. Ihr seid in Eurem Dienst so wichtig, wie die Propheten, wie die Lehrer, wie die Priester und Diakone jeweils in ihrem Dienst wichtig sind. Jeder bringt in seiner Funktion viele Früchte für das Reich Gottes hervor.


Bilden wir alle nicht eine einzige Kirche, einen einzigen Leib? Ist die Eucharistie nicht die Spitze und der Höhepunkt des kirchlichen Lebens? Ja! Denkt an Euren schönen Dienst, an Eure Rolle in der Liturgie, für Gott und für die Mitmenschen. Denkt an die Würde, die Gott Euch in der Kirche anvertraut. So versteht Ihr, wie groß Eure Verantwortung ist und wie leicht das Joch ist, daß der Herr Euch auferlegt. Wenn Ihr am Altar steht, denkt daran, daß Ihr ein Vorbild seid, wie die Engel, die vor dem Altar Gottes im Himmel stehen. Laßt die anderen, laßt uns, die mit Euch zelebrieren, merken, wie schön es ist, am Altar Gott zu dienen. Es erneuert unsere Jugend und unser Leben.


Liebe Ministranten! Ihr seid fähig, solchen Dienst zu leisten, wenn Ihr Gott, der die Liebe ist, mit Liebe antwortet. Er hat uns zuerst geliebt. Seinen Sohn hat er zu uns als Heiland gesandt. Der Sohn hat uns Gott als Vater und Liebe offenbart.

Der Heilige Geist erfüllt uns mit Liebe und Gnade. Mit dieser Liebe Gottes möchte ich Euch grüßen, danken und ermutigen, weiterzumachen. Mit den Worten des Heiligen Vaters spreche ich zu Euch: Laßt Euch von Jesus Christus anrühren! Die Begegnung mit ihm befreit uns von der Macht des Bösen und des Übels! Der Heilige Geist, den wir in diesen Tagen des Pfingstfestes erbitten, schenke Euch dazu stets Kraft und Mut! Amen.