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Ein Beistand, der bleibt

Eucharistiefeier mit Firmspendung, Scheuchenstein, 28. Mai 2007



Liebe Brüder und Schwestern!


Heute feiert die Kirche den Pfingstmontag, den ersten Tag nach der Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Apostel. Gestern, fünfzig Tage nach der Auferstehung Christi und zehn Tage nach seiner Himmelfahrt ist der versprochene Heilige Geist auf die Apostel im Abendmahlssaal herabgekommen. Sie konnten Gott in verschieden Zungen  in vielen Sprachen - loben und preisen. Es ist der Tag der Kirche als Christi Gemeinde, die in seinem Namen sich sammelt, um die Botschaft der Liebe in die Welt und in die Zeit zu bringen. Die neue Zeit der Geschichte ist angebrochen. Jene Ära Christi, unsere Ära, unser Zeitalter, wo wir, Schüler und Schülerinnen Christi, gerufen sind, seinen Namen bis ans Ende der Welt zu verehren und seine Botschaft bis zum Ende der Zeiten zu verkünden. Um so etwas zu können, brauchen wir die Hilfe und den Beistand des Heiligen Geistes, den uns Jesus versprochen hat. In der Ersten Lesung haben wir gehört, wie bei den Worten des Petrus der Heilige Geist auf alle herabkam, auf alle die ihn hörten, und sie wurden gläubig, Juden und andere. Petrus hat sie dann mit Wasser im Namen Jesu Christi getauft. Später, als Paulus neue Christen von Ephesus traf, und sie fragte, ob sie den Heiligen Geist empfangen hätten, sagten diese: Wir haben noch nicht gehört, daß es einen Heiligen Geist gibt! Paulus erklärte ihnen, daß der Heilige Geist sie im Glauben an Jesus Christus stärkt, sie ließen sich taufen und konnten in verschieden Sprachen und Zungen reden, (vgl. Apg 19,1-7). Das heißt sie wurden klug und weise, und konnten Gut und Böse unterscheiden.


Ihr, liebe Brüder und Schwestern, Ihr seid nicht wie die ersten Christen von Ephesus. Ihr habt vom Heiligen Geist gehört und über ihn gelernt. Ihr wartet auf seine Gabe. Ihr habt euch vorbereitet, ihn zu empfangen und Euren Bund mit Jesus zu stärken.


Heute kommt der Nuntius, ein Bischof Jesu Christi, Gesandter des Heiligen Vaters, des Vertreters Petri, um Euch wie Paulus im Heiligen Geist zu besiegeln, und Euch zu Freunden und Verbündeten Gottes zu machen. Gott braucht Euch, Ihr Jugendliche! Er braucht Euch, Ihr Christen, als Zeugen, Mitarbeiter und Helfer in seinem großen Weinberg für das Kommen seines Reiches, des Reiches des Gerechtigkeit, der Liebe und der Freude.

Von ihm kommt Friede - nicht wie die Welt ihren Frieden gibt; Gerechtigkeit - nicht wie die Gerechtigkeit der Welt; Freude, die den Menschen geistliche Heiterkeit und soziale Ruhe zusichert. Niemand, außer den Jüngern, den Freunden, den Verbündeten Jesu Christi, kann diese Freude, diese Gerechtigkeit und diese Heiterkeit haben, da sie von Gott, durch den Heiligen Geist geschenkt wird. So sind wir gerufen und gesandt, die Botschaft Christi in der Welt zu wirken.

Verschiedene Sprachen zu sprechen heißt heute verschiedene Probleme und Nöte zu kennen, abwägen zu können und zu helfen Lösungen zu finden - nicht so, wie die Welt ihre Probleme lösen will, durch Verdrängung oder Ermordung, mit Gewalt, im Verneinen und Übersehen, sondern mit Liebe, mit Geduld, mit Solidarität und mit Hoffnung.

Brüder und Schwestern, steht auf, geht weiter! Gott liebt Euch. Gott braucht Euch, um zu lehren und zu sagen: Anderes ist möglich. Das Leben ist möglich und schön. Das ist die Botschaft Christi, die Mitverantwortung aller Christen für die Kirche und für die Gesellschaft.

Wir hören in diesen Tagen von viel Gewalt, viel Wut und Polemik gegen die Kirche und seine Hirten. Das geschieht deshalb, weil die Kirche heute so wie Johannes der Täufer zur Zeit des Herodes sagen muß: Das kannst du nicht tun! Du kannst nicht unschuldige Kinder töten, bloß, weil sie nicht schreien können. Du kannst nicht die Armen ausbeuten und die Immigranten ignorieren. Alle haben Rechte vor Gott, und der Heilige Geist kann zu uns durch sie reden. Wir brauchen die Botschaft Christi, total, wahr und rein.

Man braucht für alle und für alles Liebe und Kompetenz, Geduld und Geschick, Großzügigkeit und Glauben. Was wir in der Katholischen Kirche im Heiligen Geist bekennen werden, ist der Glaube an unsere eigene Mission: Salz der Erde zu sein. Die Wahrheit zu sagen und den Suchenden den rechten Weg zu zeigen. Der Anlaß der Firmung unserer Jugendlichen lädt uns alle ein, unsere Rolle in unserer Zeit zu überdenken und wie die Christen von Ephesus zu hören und zu lernen, was der Heilige Geist sagt. Es ist Zeit, es ist nötig für die Katholiken, für die Christen, sich heute ihrer unersetzlichen Rolle für die Menschen und ihre Gesellschaft bewußt zu werden!


Ich weiß von Eurem Pfarrer, von Euren Katechisten, von den Pastoralassistentinnen, daß unsere Jugend gut vorbereitet ist. Sie wissen genau, was sie tun. Sie warten mit Eifer und Freude darauf, besiegelt zu werden durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist. Sie erwarten, daß er sie im Glauben stärkt durch die Fülle seiner Gaben. Sie sind ehrlich und voll von gutem Willen.


Begegnen wir ihnen mit Achtung und Ehre, helfen wir ihnen zu wachsen in der Erkenntnis des Glaubens wie in den menschlichen Wissenschaften. Es ist eine Liebespflicht, die wir für unseren Mitmenschen haben. Die Welt, die Gesellschaft, braucht Christus. Er ist die Antwort auf ihre Fragen.

Sein Heiliger Geist wird Euch beistehen, Mut geben, Euch stark machen, friedfertig und geduldig.

Er wir Euch helfen, Zeugen Christi zu sein. Besonderes wenn die Stunde der Versuchung kommt, wenn Ihr, von anderen Menschen in Versuchung geführt, kritisiert und ausgelacht werdet. Wenn sie Euch sagen wollen, daß der Heilige Geist nicht existiert, weil man ihn nicht sehen kann: Zeige mir, wie der Heilige Geist dir hilft! Denn du hast trotzdem so viel Schwierigkeiten wie alle anderen. So etwas kann man sagen, um Euch in Versuchung zu führen. Was sagt er Euch mit seinen Gaben? Wie schließt er mit Euch einen Neuen Bund? Macht euch stark im Glauben, froh und unbeschwert im Leben?


Auch der Nuntius kommt heute zu Euch, um den Heiligen Geist herabzurufen. Wenn er die Jugend fragt, ob sie den Heiligen Geist empfangen haben, werden sie ihm sofort antworten: Ja, weil Jesus Christus, der von den Toten auferstanden ist, es uns versprochen hat  den, der uns lebendig macht und heute durch das Sakrament der Firmung in einzigartiger Weise zu uns kommen wird!&


Ja, liebe Brüder und Schwestern, wie das heutige Evangelium uns erinnert, ist es der Heilige Geist, der zu Euch als Beistand kommt. Er wird Euch helfen, der Wahrheit zu folgen und das Böse und die Sünde abzulegen. Ich habe es Euch gesagt, damit ihr keinen Anstoß nehmt. Wenn ihr einmal auf Schwierigkeiten, Zweifel und Niedergeschlagenheit trefft, erinnert Euch, daß Gott, der Vater Euch durch Jesus Christus im Heiligen Geist gegeben ist und Euch nicht alleine lassen wird.



Der Heilige Vater Benedikt XVI. sagte neulich der Jugend in Brasilien:



 Maria, die Mutter Gottes, die am Pfingsttag mit den Aposteln war, als sie wie ihr heute den Heiligen Geist empfangen haben, ist mit euch. Sie wird euch lieben und behüten, sie wird euch begleiten, schützen und glücklich machen. Sie hat für euch mütterliche Gefühle. Als Mutter hat sie auf den Ruf Gottes geantwortet, ist ihm nachgefolgt und hat ihn als Sohn und Erlöser geliebt. Sie wird euch immer beistehen und euch zur wahren Liebe führen. Vertraut ihr!


Amen.