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Stärker als der Tod

70. und 50. Profeßjubiläum der Schwestern Philomena und Annunziata, Kloster der Hartmannschwestern, Wien, 26. August 2006



 Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus. Er hat uns mit allen Segen seines Geistes gesegnet. (Eph 1,3)



Liebe Brüder und Schwestern,

Wie wir im Brief an die Epheser gehört haben, preisen wir Gott für alles was er mit uns getan hat. Heute, am Mariensamstag der 20. Woche im Jahreskreis, den 26. August 2006, komme ich in die Pfarrkirche der heiligen Peter und Paul, im 3. Bezirk als Hauptzelebrant, um das 70. Profeßjubiläum von Sr. Philomena und das 50. Profeßjubiläum von Sr. Annunziata, Schulschwestern vom Dritten Orden des heiligen Franziskus, zu feiern. Wir sind in der Pfarrkirche des Pfarrers Thomas Lambrichs, der selbst vor 20 Jahren durch meinen Vorgänger, Erzbischof Cecchini, zum Priester geweiht wurde.


Was für Anlässe! Was für Gründe zur Dankbarkeit! Was für eine Freude im Weinstock des Herrn! Sicher freuen sich heute Petrus und Paulus, Franziskus, Clara und Hyazintha mit uns und werden danksagen für alles, was Gott uns und der Kirche durch seine Diener und Dienerinnen, besonderes durch Schwester Philomena und Schwester Annunziata getan hat.


Die Liturgie erinnert uns daran, daß erst Gott, der Vater, uns geliebt und gerufen hat, um seine Gebote zu halten, in seiner Liebe zu bleiben (Joh 15, 9), und seine Boten in allen Zeiten zu sein. Unsere lieben Schwestern Philomena und Annunziata haben seit 70 und seit 50 Jahren von Morgen bis Abend gearbeitet. Sie sind im Weinstock des Herrn engagiert, als Mitschwestern und Mitglieder der Schulschwestern vom Dritten Orden des heiligen Franziskus. Sie können jetzt mit Recht und Wahrheit sagen, daß sie die Gebote des Herrn, nicht nur mit Liebe, sondern auch mit Mühe, Eifer und Schmerz gehalten haben. Deswegen können sie, und können wir mit ihnen, dem, der sie beauftragt hat, zuflüstern, singen und zurufen: Stark wie der Tod ist meine Liebe. Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen. (vgl. Hld 8,7)


Die Botschaft von Franziskus war, alles aufzugeben, um Christus in den Niedrigen zu verehren. So ist auch die Spiritualität und die Lehre der Ordensgründerin Hyazintha Zechner, die sie uns nicht in Schriften und Bemerkungen hinterlassen hat, sondern die nach dem Beispiel des heiligen Franziskus, ihre Kräfte und ihr Charisma der Erziehung der Jugend gewidmet hat.

Heute noch ist das Ziel der Schulschwestern die Entfaltung der Persönlichkeit in Einfachheit und Fröhlichkeit. Der Aufbau der Gesellschaft und der Kirche, die Erziehung zu Frieden und Dankbarkeit, sowie die Ehrfurcht vor der Schöpfung sind Kernpunkte in der Tätigkeit der Schulschwestern. Im Geist des heiligen Franziskus und der heiligen Klara bemühen sie sich noch immer, die jungen Menschen für Leben und Beruf auszubilden. Die Vorbereitung auf einen guten Beruf und die Solidarität mit allen Christen in der Kirche sind das Erbe und die Botschaft von Hyazintha und ihren ersten Mitgliedern, wie Elisabeth Stöckl. Nach dem Brauch und der Sprache der Zeit war der Kern der Erziehung von Jugendlichen, Mädchen und Buben, sie im Beten, Lesen, Schreiben, Spinnen, Stricken und Nähen zu unterweisen.


Heute noch führen die Schulschwestern, Nachfolgerinnen von Hyazintha, diese Botschaft mit viel Kunst, Wissenschaft und Liebe, als eine katholische Ausbildungs-Institution im Raum der Gesellschaft und der Kirche aus. Die Kirche ist immer davon überzeugt gewesen, sagt das Apostolische Schreiben Vita Consecrata von Papst Johannes Paul II., daß die Erziehung ein grundlegendes Element ihrer Mission ist. (Vita Consecrata, 96) Dafür danke ich als Vertreter des Heiligen Vaters und Apostolischer Nuntius in Österreich herzlich und gratuliere ihnen für ihre langjährige Arbeit, die es ihnen ermöglicht hat, das schöne spirituelle Erbe mit den modernen Aufgaben erfolgreich zu harmonisieren.


Dienst und Botschaft haben Schwester Philomena 70, Schwester Annunziata 50 Jahre lang mit Liebe erfüllt. Deswegen sind wir alle glücklich, mit ihnen heute, hier, alle zusammen Gott zu loben und ihm zu danken. Mit unseren verdienten Schwestern wollen wir beten und singen: Wie kann ich dem Herrn all das vergelten, was er mir Gutes getan hat? Ich will den Kelch des Heils erheben und anrufen den Namen des Herrn. (Ps 115,12)


Ja, liebe Brüder und Schwestern, wir wollen alle den Kelch des Herrn erheben und seinen Namen loben. Er hat für die Kirche und die Menschen Gutes getan. Er hat uns seine Liebe gegeben, um ewig bei uns zu bleiben. Die Eucharistie, die wir gleich feiern werden, ist das Testament des Herrn und die Garantie seiner Treue in Ewigkeit. Wir werden gleich den Herrn anrufen, in unsere Gemeinschaft herabzukommen und unsere Eucharistie mit seinem Wohlwollen zu empfangen. Wir tun dies zu seinem Gedächtnis, aber auch, um unseren Dank auszudrücken für all das, was Er für uns, für die Gesellschaft, für die Kirche, durch die kirchlichen Institutionen, für Patres, Schwestern und Brüder, Jungendliche und Erwachsene, Schüler und Lehrer, getan hat. Wenn wir den Einen loben und danken, loben und danken wir dem ganzen Leib, der die ganze kirchliche Gemeinschaft ist. Wir danken unseren Schwestern, aber auch allen Erziehern und Erzieherinnen, Lehrern und Lehrerinnen, Verkündern und Verkünderinnen, weil sie treu ihrem Auftrag die Kleinen erhoben und den Namen des Herrn gelobt haben.


Gerne schließe ich mit den Dankesworten von Schwester Annunziata:

 Ich sage allen Dank,

die unseren Schwestern in ihrem Leben

zum Segen geworden sind

und sie auf ihrem Weg

begleitet haben,

die ihnen in Freundschaft und Gebet

Orientierung und Hilfe waren.