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Gott unsere Hoffnung und unsere Kraft

Eucharistiefeier mit Firmspendung, Kirche St.Rochus und Sebastian,Wien, 18. Juni 2006

 


Liebe Brüder und Schwestern!


Es ist das dritte Mal, daß ich nach wenigen Wochen wieder nach St. Rochus komme. Es ist wahr, daß der heilige Rochus ein großartiger, großzügiger Mann war und Philipp Neri ein noch hervorragenderer Prediger war. Eure Gemeinde, eure Priester und Gläubigen bilden eine sehr dynamische Gemeinschaft. Möge der Herrgott, den wir im Tagesgebet als unsere Hoffnung und unsere Kraft angerufen haben, Euch immer begleiten und seine Gaben unter Euch fruchtbar machen.

 

Heute komme ich für eine Firmung, um neue und junge Christen in ihrem Glauben durch die Gabe Gottes zu besiegeln und im Namen der Kirche zu Freunden und Miterben Christi zu machen.

Als Einleitung zur Eucharistie an diesem Elften Sonntag im Kirchenjahr läßt uns die Mutter Kirche einige Zeichen Gottes betrachten. Zuerst erinnert der Prophet Ezechiel daran, daß Gott selbst vom hohen Baum der Zeder ein Stück, einen zarten Zweig nimmt und ihn auf einen hoch aufragenden Berg pflanzt. Dort treibt der kleine Zweig und wird zu einer prächtigen Zeder (Ez 17,22-23).


Die Zeder von Ezechiel ist beim heiligen Markus ein kleines Senfkorn, so klein, daß es kaum zu sehen ist. Es ist das kleinste von allen Samenkörnen, die wir in den Garten säen. Man beachtet es gar nicht. Aber geworfen in die Erde wächst es mit der Zeit, Tag und Nacht, ohne daß man es bemerkt, und wird groß, größer als alle anderen Gewächse. Es treibt große Zweige. In seinen Schatten kommen auch die Vögel, um ihre Nester zu bauen und auszuruhen.


Die Zeder bei Ezechiel, der Senfbaum beim Evangelisten Markus, sind wir! Ihr seid, liebe Firmlinge, wie ein zarter Zweig oder ein kleines Senfkorn. Ihr seid gerufen, in der Liebe Gottes zu wachsen und viele Früchte für die Kirche und die Gesellschaft zu bringen. Ihr kommt von Euren Familien wie vom hohen Wipfel der Zeder, und wie der zarte Zweig werdet ihr gepflegt und geschützt. Ihr seid unterrichtet, vorbereitet, belehrt, um einen neuen Sprung zu machen, um größer und würdiger zu werden. Die Gnade, die Ihr heute durch das Sakrament bekommt, ist wie der kleine Samen des Senfkornes. Jetzt bemerkt es niemand, aber langsam wachst Ihr und die Gabe Gottes wächst mit Euch. Ihr werdet mehr Sicherheit, mehr Vernunft, mehr Kapazität haben, um der Gesellschaft und Euren Mitmenschen zu dienen. Viele andere werden zu Euch kommen, um Hilfe, Beratung, und gute Entscheidungen zu bekommen.


Wie könnt Ihr aber so etwas tun? Ihr seid nicht nur eine Baumwurzel oder ein Samenkorn, um allein in der Nacht oder am Tag zu wachsen und zu reifen. Ihr habt, und wir alle haben Vernunft und Intelligenz, wir müssen mit Geist, Gewissen und persönlichem Engagement arbeiten, uns mit Gott und mit den Menschen zusammentun. Eltern, Familien, Katechisten und Pastoralassistenten bemühen sich, Euch zum Berg Gottes zu begleiten. Aber wir, wir alle zusammen, und nur wir, müssen unseren Teil schaffen, um wie die große Zeder am Berg oder die wichtige Person in unserer Zeit zu werden. Und mehr zu wissen.


Wie werden wir mehr wissen? Mit der Gabe Gottes, dem Heiligen Geist. Die Gabe Gottes, die wir gleich durch die Firmung bekommen werden. Oh! Ihr wißt schon gut, wie es ist. Erlaubt mir trotzdem, Euch zu erinnern, was uns in der Apostelgeschichte erzählt wird.


Damals, nach der Rückkehr Jesu, des Herrn, zu seinem Vater am Fest Christi Himmelfahrt, kam der Heilige Geist am Pfingsttag über die Apostel in Jerusalem. Jene, die wie ein kleiner Zweig am Berg der Welt, oder wie ein Samenkorn in der guten Erde waren, fühlen sich sofort wie eine große Zeder, und viele wollten in ihrem Schatten wohnen. Viele Leute wollten die Apostel hören. Sie sprachen alle Sprachen, und gingen in alle Städte, um die Botschaft Christi zu verkündigen. Viele wurden begeistert und ließen sich taufen.


Als die Apostel in Jerusalem hörten, daß auch in Samarien das Wort Gottes angenommen worden war, schickten sie Petrus und Johannes, den Chef und den jüngsten Bruder, um sich mit ihnen zu freuen und Gott zu loben für so viel Erfolg. Petrus und Johannes fragten die neugetauften Christen von Samarien, ob sie den Heiligen Geist bekommen hätten. Der Heilige Geist? - Wir haben nie davon gehört, sagten die neuen Christen von Samarien. Da zogen Petrus und Johannes hinab und beteten. Dann legten sie ihnen die Hände auf und sie empfingen den Heiligen Geist. Das ist die Firmung!

Liebe Firmlinge! Nach dem Empfang des Heiligen Geist gingen die Christen in alle Welt und verkündeten das Wort allen Völkern, bis heute. Sie wurden gestärkt, begleitet, beraten und erleuchtet, um die gute Wahl zu treffen.


Heute, hier in St. Rochus, sind wir der große, wunderschöne Baum der Kirche, und Ihr seid die zarten Zweige. Der Heilige Geist wird Euch besuchen und Euch mit Liebe begleiten, um gut zu wachsen, damit aus Euch große Bäume werden, um das Böse zu verweigern und das Gute zu erkennen. Laßt Euch von Ihm begleiten! Der Heilige Geist ist für Eure Seele wie das Blut für Euren Leib. Ohne Blut kann man nicht leben, das Blut aber sieht man nicht, nur wenn man verwundet wird. Der Heilige Geist stört uns nicht, er bewirkt aber unser geistliches Leben und stärkt unsere Seele, um uns Weisheit, Liebe, Freude und gute Beratung zu geben. Er wird uns nie allein lassen, er wird uns das Beste raten und zum Guten führen.

Wissen wir immer, daß Er für uns vom Vater durch Jesus geschickt wird. Heute nimmt er Platz in Euch. Er schließt einen Pakt mit Euch. Er wird treu sein. Nur dürfen wir nicht vergessen, ihn zu Hilfe zu rufen, zu ihm zu beten, ihn an uns zu ziehen. Unser Gebet wird mit der Kirche sagen: Komm herab, Heiliger Geist! Gib uns, daß wir Dir vertrauen, Deine Gabe als Hilfe für heute und immer anzunehmen. Komm, Heiliger Geist! Sei für immer unser Licht, unser Weg, unser Gast und unser Glück. Wir vertrauen Dir! Wir glauben an Deine Werke! Amen.